Broschüre: Strahlen für das Leben
6. Hilfestellung durch psychosoziale Betreuung
6. Hilfestellung durch psychosoziale Betreuung

Seitenende
Seitenende

       NACH DER STRAHLENTHERAPIE:
       WIE GEHT ES WEITER ?

Kapitel 7.
       Nach der letzten Bestrahlung folgen üblicherweise eine Abschlußuntersuchung und ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt. Auch die weitere Hautpflege und sonstige Verhaltens- maßnahmen werden dabei besprochen. Meist wird ein kurzfristiger Termin zur Kontrolluntersuchung vereinbart, da sich Strahlenreaktionen nicht selten in den Tagen nach Behandlungsende noch etwas verstärken können. 
       Die weitere Nachsorge wird "interdisziplinär" d.h. wechselweise und in Zusammenarbeit mit Ihren behandelnden Ärzten (z.B. Hausarzt, Facharzt, Strahlentherapeut) erfolgen. Die zeitlichen Abstände werden im ersten Jahr relativ kurz sein und sich mit zunehmendem zeitlichem Abstand von der Therapie verlängern. Falls Beschwerden auftauchen, sollten Sie selbstverständlich auch jederzeit "außer der Reihe" Ihren Arzt aufsuchen.

       Wichtig: Mindestens einmal im Jahr sollte die Nachsorge bei jedem bestrahlten Patienten unbedingt vom Radioonkologen durchgeführt werden. Nebenwirkungen nach Bestrahlung können noch Jahre nach Behandlungsende auftreten und werden nicht selten fehlgedeutet. Nur der Strahlentherapeut hat die Ausbildung und Erfahrung, solche Nebenwirkungen richtig zu erkennen und zu behandeln. Leider passiert es auch immer wieder, daß beim bestrahlten Patienten andere Erkrankungen oder ein Tumorrückfall fälschlich als "Strahlenfolgen" mißdeutet werden. Dies ist für den Betroffenen dann besonders nachteilig, wenn durch solche Fehldiagnosen eine wirksame Behandlung verzögert oder verhindert wird.
       In die Nachsorge sind häufig auch apparative Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen, Ultraschall, Computertomographie u.ä. einbezogen. Darüber, wie häufig diese durchgeführt werden sollten, wird Sie Ihr Arzt beraten.

       Bei manchen Patienten sind auch nach Abschluß der Therapie noch psychische Belastungen vorhanden, die alleine oder im Familien- und Freundeskreis nicht ausreichend zu bewältigen sind. Hier kann es hilfreich sein, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, in der Probleme und Ängste mit gleichermaßen Betroffenen offen besprochen und ausgetauscht werden können. Wichtig ist daß solche Gruppensitzungen unter psychologischer Leitung stattfinden, die mit der entsprechenden Erfahrung und Sensibilität die Gruppenprozesse soweit steuert, daß nicht zusätzliche Ängste entstehen. In Einzelfällen kann auch eine Psychotherapie sinnvoll sein.

       Adressen für entsprechende Einrichtungen oder Fachkräfte erhalten Sie meist in Ihrer behandelnden Strahlenklinik oder über Ihren Hausarzt.

... zurück zum Inhaltsverzeichnis
Seitenanfang
Seitenanfang