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WEITERE
BEHANDLUNGSFORMEN IM RAHMEN
DER STRAHLENTHERAPIE
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Kapitel
9.2 |
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NACHLADETHERAPIE (AFTERELOADING)
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Eine zweite Form der Strahlenbehandlung ist die sogenannte Afterloading-Therapie,
die meist als Bestrahlung "von innen" durchgeführt wird. Dabei wird
die Strahlenquelle in einer speziellen Hülse in eine Körperhöhle
(z.B. Speiseröhre, Luftröhre, Enddarm, Scheide, Gebärmutter)
eingebracht und gibt dort in genau berechneter Weise Strahlung ab; diese
hat - im Gegensatz zur äußerlichen Bestrahlung - eine deutlich
geringere Reichweite, d.h. sie dringt nur wenige Zentimeter ins Gewebe
ein. Damit wird eine hohe Dosis im gewünschten Gebiet erzielt während
das umgebende (gesunde) Gewebe weitgehend geschont wird.
Eine weitere Form der Afterloadingtherapie besteht darin, daß spezielle
Nadeln oder Schläuche (unter Narkose) direkt in das Tumorgewebe eingebracht
werden.
Auch oberflächliche Tumoren können mittels Afterloading behandelt
werden, indem die Strahlenquellen in geeigneter "Verpackung" (sogenannten
Moulagen) direkt auf die Haut aufgelegt werden. |
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STEREOTAKTISCHE
STRAHLENTHERAPIE
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Die stereotaktische Bestrahlung stellt eine (technisch sehr aufwendige)
Sonderform der Bestrahlung von außen oder auch von innen dar. Diese
moderne Technologie ermöglicht gewissermaßen eine Art "Operation
ohne Messer". Sie kommt hauptsächlich bei einer Untergruppe von Hirntumoren
zum Einsatz, die allerdings eine bestimmte Größe nicht überschreiten
dürfen. Mit Röntgenschichtaufnahmen (Computertomogrammen) und
einem besonderen Bestrahlungsplanungssystem werden die genauen Koordinaten
des Zielgebietes dreidimensional ermittelt. Um eine präzise Übertragung
der geplanten Bestrahlungsdaten zu ermöglichen, wird der Kopf des
Patienten mit einem in der Schädeldecke verankerten Ring fixiert. Unter
computertomographischer Kon- trolle können Markierungen in diesem
Ring dazu dienen, die Bestrahlung von außen punkt- genau zum Tumor
zu dirigieren oder eine Strahlenquelle im Tumor zu positionieren. Die Bestrahlung
selbst erfolgt mit einem Röntgenstrahl, der entsprechend dem Zielvolumen
nur wenige Millimeter Durchmesser besitzt. Durch die besonders hohen Anforderungen
an die mechanische Geometrie können derartige Bestrahlungen nur nach
umfangreichen Sicherheitstests und mit speziellem Zubehör an einem
Beschleuniger vorgenommen und von einem erfahrenen, speziell ausgebildeten
Team durchgeführt werden. |
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HYPERTHERMIE:
KAMPF DEM KREBS
DURCH WÄRME
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Daß durch Wärme Tumorzellen vernichtet werden können, weiß
man bereits seit dem letzten Jahrhundert, als man beobachtete, wie sich
Tumoren nach hochfieberhaften Infekten spontan verkleinerten. Aus diesen
Erkenntnissen entstand die Wärmebehandlung oder Hyperthermie.
Was sich einfach anhört, erfordert jedoch eine höchst komplizierte
Technologie. Im Unterschied zur klassischen externen Strahlentherapie kommen
hierbei keine Röntgen- strahlen, sondern Radiofrequenz- oder Ultraschall-Wellen
zur Anwendung, mit denen im behandelten Gewebe eine Temperaturvon
ca. 42-43° C erzeugt wird. Schwierig
dabei ist, die erhöhte Temperatur gleichmäßig auf das Zielvolumen
zu verteilen, da die eingestrahlte Wärme in nicht immer vorhersehbarer
Weise durch den Blutstrom wieder abtransportiert werden kann. Durch die
Hitze sterben vor allem die Zellen mit schlechter Sauerstoffversorgung
ab. Das sind jedoch genau diejenigen Zellen, die (bedingt durch ihren Sauerstoffmangel)
am wenigsten strahlenempfindlich sind. Hyperthermie und Strahlentherapie
können sich hier also sinnvoll ergänzen. |
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