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AN WEN RICHTET SICH DIESE BROSCHÜRE
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Kapitel
1. |
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Wir wenden uns mit dieser Broschüre hauptsächlich an Strahlentherapiepatienten
und deren Angehörige. Mit dieser Einführung soll jedoch auch
interessierten Laien eine Informationsschrift in die Hand gegeben werden.
Sie beschreibt die Grundprinzipien und Abläufe einer Strahlentherapie
und soll diese verständlich machen.
Die meisten Menschen verknüpfen mit Strahlen etwas Unheimliches oder
Bedrohliches. Jeder Strahlentherapeut der Tumorpatienten behandelt, macht
täglich die Erfahrung, dass viele Patienten mit falschen Vorstellungen,
oft auch mit Vorurteilen zur Strahlentherapie kommen.
Wir - die Ärzte der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie
- möchten mit dieser Broschüre dazu beitragen, dass sich
dies ändert! Viel zu wenig ist der Öffentlichkeit bewusst,
dass zahllose Menschen, die eine Krebserkrankung überstanden
haben, ihr Leben der Strahlentherapie verdanken.
Anliegen dieser Broschüre ist es deshalb, die wichtigsten Abläufe
einer Strahlentherapie in verständlicher Weise darzustellen. Eine
solche Schrift kann und soll niemals den persönlichen Dialog zwischen
Arzt und Patienten ersetzen. Ein entscheidender Vorzug gegenüber dem
alleinigen Gespräch ist jedoch, dass "was man schwarz auf weiß
besitzt" getrost nach Hause getragen und damit manchmal besser verarbeitet
werden kann.
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WARUM IST DAS NOTWENDIG ?
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In der Öffentlichkeit ist über Strahlentherapie sehr wenig bekannt.
Selbst im Medizinstudium nimmt das Fach Strahlentherapie nur einen kleinen
Raum ein, so dass sogar angehende Ärzte in ihrer Ausbildung nur
wenig darüber lernen. Ein entscheidender Punkt ist auch, dass
die Strahlentherapie keine "Lobby" hat. Hinter einer medikamentösen
Therapie steht die Pharmaindustrie, die durch gezielte Unterstützung
der Forschung und klinischen Prüfung ihrer Präparate aktiv dazu
beiträgt die Wirksamkeit der von ihr hergestellten Medikamente in
der Bevölkerung bekannt zu machen. Hier wird auch aktiv Werbung betrieben.
Über Bestrahlung wird hingegen kaum gesprochen oder geschrieben (Oder
haben Sie schon einmal im Fernsehen einen flotten Spruch über die
Vorzüge eines Bestrahlungsgerätes gehört?). Folglich ist
es nicht verwunderlich, dass in der Bevölkerung der Kenntnisstand
über die Strahlentherapie wahrscheinlich deutlich geringer ist als
über die meisten anderen Fachgebiete der Medizin.
Diese Unkenntnis führt häufig zu irrationalen Ängsten und
Vorurteilen: Der Mensch neigt dazu, unsichtbare Dinge unheimlich zu finden.
Strahlen kann man zwar nicht sehen, man kann sie und ihre Effekte aber
exakt messen. Im Gegensatz zu manchen anderen Therapieformen ist die Strahlentherapie
eine Behandlungsmethode, die mit physikalischen Methoden genau zu planen
und auch präzise zu beschreiben ist. Zur Verdeutlichung: Wird ein
Medikament injiziert oder geschluckt, so weiß man nie, welche Substanzmenge
wirklich zum Zielort - z.B. zum Tumor - gelangt (dies ist u.a. abhängig
von der Durchblutung). Dagegen kann man bei einer Bestrahlung exakt berechnen,
welche Strahlendosis im Tumor und im umgebenden gesunden Gewebe aufgenommen
wird. |
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