Radiologische Universitätsklinik, FE Strahlentherapie
Universitätsklinikum Bonn
Direktor: Prof. Dr. med. H. H. Schild

Behandlungsformen 

In der Abteilung für Strahlentherapie wird ein umfassendes Spektrum der modernen Strahlentherapie angeboten. Hierzu gehört nicht nur die Behandlung von bösartigen Tumorerkrankungen, sondern auch die Behandlung gutartiger Erkrankungen wie z. B. Fersensporn, degenerative Gelenkerkrankungen,  endokrine Orbitopathie, etc.

Für die Therapie dieser Erkrankungen stehen folgende Geräte zur Verfügung:

  • Ein Linearbeschleuniger mit unterschiedlichen Strahlungsenergien für die konformale dreidimonsionale Strahlentherapie (Teletherapie)
  • Ein Tomotherapiegerät (ab Juni 2007) (www.tomotherapy.com)
  • eine Afterloading-Anlage für die intrakavitäre, intraluminale und interstitielle Strahlentherapie (Strahlenbehandlung von Körperhöhlen) (Brachytherapie oder Kontakttherapie)
  • Oberflächentherapie
  • ein Computertomograph und mehrere Kersnpintomographen, sowie ein PET/CT zur vollständigen Erfassung der Bestrahlungsgebiete
  • ein Therapiesimulator zur exakten Umsetzung der Bestrahlungsplanung und zur Gewährleistung einer hohen Präzision in der Bestrahlung.
  • mehrere Computersysteme für die dreidimonsionale Bestrahlungsplanung 

Die Abteilung für Strahlentherapie behandelt routinemäßig sämtliche bösartigen Tumorerkrankungen, für die eine Strahlentherapie in Frage kommen. Die Behandlung erfolgt unter Verwendung national und international anerkannter Therapiekonzepte und -studien und wird in enger Kooperation mit Kliniken und Kollegen aller Fachrichtungen durchgeführt. Die Abteilung für Strahlentherapie ist Teil des zertifizierten Brustzentrums Bonn

Krankenversorgung

Wie läuft die Strahlentherapie ab?

Aufnahme- und Aufklärungsgespräch:

Wenn Sie in unseren Abteilung ankommen, werden Sie vom Anmeldungspersonal begrüßt, und es werden die Formalien geklärt. Bitte achten Sie darauf, daß Sie sämtliche verfügbaren Vorbefunde (Arztbriefe, Operationsbericht, Pathologiebericht über die feingewebliche Untersuchung (Histologie), Röntgenbefunde und Röntgenbilder) mitbringen. Nur mit diesen Unterlagen kann sich der Arzt ein ausreichend genaues Bild über Ihre Erkrankung machen und ein für Sie geeignetes Behandlungskonzept aufstellen. Bis Sie aufgerufen werden, nehmen Sie bitte im Warteraum Platz.

Bestrahlungsplanung und Simulation:

Um eine optimale und schonende Behandlung zu ermöglichen, sind vor Beginn der Strahlentherapie umfangreiche Vorbereitungen notwendig. Dazu wird i.d.R. zunächst eine Computertomographie (CT) angefertigt. In jede einzelne Schicht wird vom Arzt das zu bestrahlende Gebiet eingezeichnet und dann vom Medizinphysiker eine geeignete Bestrahlungstechnik berechnet. Hierbei wird auf den Schutz gesunder Organe wie Herz, Lunge und Rückenmark besonderen Wert gelegt. Die Bestrahlungsplanung erfolgt mit Hilfe eines dreidimensional rechnenden Computerprogramms. Die Anordnung der Bestrahlungsfelder muß dann auf den Patienten bei der Simulation übertragen werden. Der Simulator ist ein spezielles Röntgendurchleuchtungsgerät, mit dessen Hilfe die Bestrahlung simuliert werden kann. Wichtig ist, dass der Patient bei der Simulation möglichst ruhig und entspannt liegt. Die Simulation dauert ca. 30-60 Minuten und wird vom Arzt, einer MTRA (medizinisch-technische Röntgenassistentin) und ggf. einem Physiker durchgeführt.

Wenn die Bestrahlungsfelder korrekt passen, werden sie dokumentiert, und am Patienten werden mehrere Filzstift-Markierungen angebracht, um so die tägliche Einstellung der Bestrahlungsfelder am Bestrahlungsgerät zu ermöglichen. Die angebrachten Markierungen dienen also als wichtige Orientierung bei der Bestrahlung und dürfen nicht entfernt oder selbst nachgezeichnet werden.

In bestimmten Situationen ist eine CT-Planung nicht erforderlich, dann können die Bestrahlungsfelder direkt am Simulator unter Durchleuchtung eingestellt werden.
Abhängig von der zu bestrahlenden Region werden verschiedene Lagerungshilfen eingesetzt. In der Kopf- und Halsregion beispielsweise werden individuell Kunststoffmasken angefertigt, die verhindern, dass sich der Kopf während der Bestrahlung bewegt.

Nach Abschluß der Simulation kann wenige Tage später mit der ersten Bestrahlung begonnen werden, dazu erhalten Sie einen entsprechenden Termin.

Die erste Bestrahlung:

Die erste Bestrahlung am Linearbeschleuniger dauert mit 10-20 Minuten etwas länger als die nachfolgenden täglichen Bestrahlungen. Dies liegt daran, dass die Einstellungen der verschiedenen Bestrahlungsfelder nochmals genau überprüft wird und Kontrollaufnahmen angefertigt werden. Die Einstellung erfolgt durch Arzt und MTRA. Für die Ersteinstellungen ist am Bestrahlungsgerät ein bestimmter Zeitraum reserviert, so daß entsprechende Termine nicht flexibel vergeben werden können. Nach der Ersteinstellung werden die MTRAs versuchen, Ihren Terminwünschen für die tägliche Bestrahlung soweit wie möglich gerecht zu werden.


Die täglichen Bestrahlungen:

Die Bestrahlungen finden jeden Tag von Montag bis Freitag zwischen 7.30 Uhr und ca. 18:30 Uhr statt. In der Regel sind für jeden Patienten 10 Minuten am Linearbeschleuniger reserviert, bei komplexen Bestrahlungstechniken auch mehr. Sie kommen täglich zur selben Uhrzeit, es sei denn, Sie erhalten von den MTRAs aus bestimmten Gründen, z.B. Gerätewartung, andere Termine. Der tägliche Zeitbedarf in der Praxis beträgt ca. 30 Minuten, gelegentlich kann es allerdings zu unerwarteten Verzögerungen durch Notfälle oder Geräteausfall kommen. Die Gesamtbehandlungszeit variiert zwischen wenigen Tagen und ca. 8 Wochen.

Die Ärzte werden Sie i.d.R. einmal pro Woche ansehen, befragen und ggf. untersuchen. Unabhängig davon können Sie jederzeit auf Wunsch mit einem Arzt Ihrer Wahl sprechen.

Im Verlauf der Bestrahlungsbehandlung können Nebenwirkungen auftreten, die Sie der MTRA bzw. dem Arzt mitteilen sollten. Bestrahlungsbedingte Beschwerden bedürfen einer besonderen Behandlung und besonderer Medikamente, die der Sie behandelnde Strahlentherapeut verschreibt.


Nachsorge:

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben Ihre Bestrahlungsbehandlung beendet. Ihr Strahlentherapeut wird Sie abhängig von den bestrahlungsbedingten Nebenwirkungen in den nächsten Wochen weiter beobachten und Sie ggf. wieder einbestellen. Nach Abklingen der akuten, Nebenwirkungen hängt es vom Einzelfall ab, ob Sie weitere Nachsorgetermine beim Strahlentherapeuten wahrnehmen müssen oder nicht. Für Fragen steht der Sie behandelnde Strahlentherapeut auch weiterhin jederzeit zur Verfügung.


If you have further questions about this page, please contact Dr. rer. nat. Stephan Garbe,
© Radiologische Universitätsklinik, last modified 11.12.10